
Vor dreihundert Jahren wurde das heutige Hotel Bad Ratzes als Mineralbad gegründet, ein Ort, an dem vor allem die einheimischen Bäuerinnen und Bauern Erholung von den harten körperlichen Anforderungen der alpinen Landwirtschaft suchten. Wissenschaftler aus ganz Europa kamen vorbei, um die einzigartige Flora der Seiser Alm zu erforschen; Reisende hielten ihre Eindrücke in Briefen und Reiseberichten fest. Es war von Anfang an ein Ort, an dem Landschaft und menschliches Leben eng miteinander verwoben waren.
Hotel Bad Ratzes hat uns eingeladen, dieses Jubiläum nicht primär als Feier zu gestalten, sondern als Gespräch. Die entstandene Ausstellung folgte mehreren Erzählfäden, den Ursprüngen als Mineralbad, denwissenschaftlichen Expeditionen, der schrittweisen Verwandlung zu einem Ort der Gastlichkeit, und entfaltete sich in einer Reihe kreisförmiger Lichtungen, die in die historischen Wiesen geschnitten wurden. Die Landschaft selbst wurde zum Rahmen: minimaler Eingriff, maximale Präsenz.
Den Abschluss bildete ein offener Diskussionsraum — über die Zukunft des Tourismus in Südtirol, über Übernutzung und Verantwortung, und über die Frage, was es heute bedeutet, Teil einer Landschaft zu sein statt nur Gast darin.
Auftraggeber
Hotel Bad Ratzes
Partner
Kseniia Obukhova / graphic design
Projektteam
Philipp Rier, Peter Rier
Foto
Helmuth Rier
Standort
Seis am Schlern - Siusi allo Scillar, IT
Jahr
2023










Hier zeigt ein steiler Berg die mauerartigen Spitzen,
Ein Waldbach rauscht hindurch und stürzt über den Fall.
Der dickschäumende Fluss dringt in die Risse der Felsen
Und schießt weit über ihre Wälle mit böiger Kraft.
Das dünne Wasser teilt die Eile des tiefen Falls,
In der verdickten Luft schwebt ein aufgewühltes Grau,
Ein Regenbogen leuchtet durch die zerstäubten Teile
Und das ferne Tal trinkt einen beständigen Tau.
Ein Wanderer, erstaunt, sieht Ströme am Himmel fließen,
Die aus den Wolken fliegen und sich in Wolken ergießen [...].
Ausstellungspaneele








"Es kann keinen ruhigeren Winkel der Welt geben. Hier hat der Mensch gelernt, sich gegen die Natur aufzulehnen und jene "Grand Hotels" zu bauen, die den Reisenden mit Eaux chaudes und Eaux bonnes überraschen. Mögen die Schatten des Schlerns lange auf nichts Künstlicheres fallen als auf dieses bescheidene Dach unter den dunklen Fichten!"
Auszug aus dem Reisebericht von George C. Churchill, 1860


Partizipative Diskussion über die Zukunft des Tourismus in Südtirol

Vor dreihundert Jahren wurde das heutige Hotel Bad Ratzes als Mineralbad gegründet, ein Ort, an dem vor allem die einheimischen Bäuerinnen und Bauern Erholung von den harten körperlichen Anforderungen der alpinen Landwirtschaft suchten. Wissenschaftler aus ganz Europa kamen vorbei, um die einzigartige Flora der Seiser Alm zu erforschen; Reisende hielten ihre Eindrücke in Briefen und Reiseberichten fest. Es war von Anfang an ein Ort, an dem Landschaft und menschliches Leben eng miteinander verwoben waren.
Hotel Bad Ratzes hat uns eingeladen, dieses Jubiläum nicht primär als Feier zu gestalten, sondern als Gespräch. Die entstandene Ausstellung folgte mehreren Erzählfäden, den Ursprüngen als Mineralbad, denwissenschaftlichen Expeditionen, der schrittweisen Verwandlung zu einem Ort der Gastlichkeit, und entfaltete sich in einer Reihe kreisförmiger Lichtungen, die in die historischen Wiesen geschnitten wurden. Die Landschaft selbst wurde zum Rahmen: minimaler Eingriff, maximale Präsenz.
Den Abschluss bildete ein offener Diskussionsraum — über die Zukunft des Tourismus in Südtirol, über Übernutzung und Verantwortung, und über die Frage, was es heute bedeutet, Teil einer Landschaft zu sein statt nur Gast darin.
Auftraggeber
Hotel Bad Ratzes
Partner
Kseniia Obukhova / graphic design
Projektteam
Philipp Rier, Peter Rier
Foto
Helmuth Rier
Standort
Seis am Schlern - Siusi allo Scillar, IT
Jahr
2023










Hier zeigt ein steiler Berg die mauerartigen Spitzen,
Ein Waldbach rauscht hindurch und stürzt über den Fall.
Der dickschäumende Fluss dringt in die Risse der Felsen
Und schießt weit über ihre Wälle mit böiger Kraft.
Das dünne Wasser teilt die Eile des tiefen Falls,
In der verdickten Luft schwebt ein aufgewühltes Grau,
Ein Regenbogen leuchtet durch die zerstäubten Teile
Und das ferne Tal trinkt einen beständigen Tau.
Ein Wanderer, erstaunt, sieht Ströme am Himmel fließen,
Die aus den Wolken fliegen und sich in Wolken ergießen [...].
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"Es kann keinen ruhigeren Winkel der Welt geben. Hier hat der Mensch gelernt, sich gegen die Natur aufzulehnen und jene "Grand Hotels" zu bauen, die den Reisenden mit Eaux chaudes und Eaux bonnes überraschen. Mögen die Schatten des Schlerns lange auf nichts Künstlicheres fallen als auf dieses bescheidene Dach unter den dunklen Fichten!"
Auszug aus dem Reisebericht von George C. Churchill, 1860


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