
Talfer und Eisack fließen mitten durch Bozen – und bleiben der Stadt auf weiten Strecken dennoch fremd. Das Integrierte Flussraumkonzept entwirft einen strategischen Rahmen, um das zu ändern: eine langfristige Vision, die 138 Hektar Flussraum in ein zusammenhängendes, zugängliches und klimaresistentes Stadtlandschaftssystem verwandelt.
Das Konzept gründet auf einer interdisziplinären Analyse, die Sedimentdynamik, Hochwasserrisiko, Gewässerökologie, Biodiversität, Stadtklima und soziale Nutzungsmuster umfasst – und technische Expertise mit Vor-Ort-Beobachtung und Stakeholder-Dialog verbindet. Daraus entsteht eine koordinierte räumliche Strategie, die ökologische Integrität, öffentliches Leben, Mobilität und hydraulische Sicherheit in einer kohärenten Gesamtvision zusammenführt.
Zentrale Ziele sind die Wiederherstellung ökologischer Kontinuität, die Stärkung der Identität der Flüsse im Stadtgefüge, die Verbesserung des Mikroklimas sowie ein sicherer und barrierefreier Zugang zum Wasser. Konkrete Maßnahmen reichen von der Reaktivierung von Seitenarmen und der Schaffung barrierefreier Zugangspunkte bis hin zur Etablierung von Biodiversitätskorridoren und der Transformation ungenutzter Flächen in hochwertige öffentliche Räume.
Zwei Pilotprojekte leiten den Übergang von Strategie zu Wirklichkeit ein: die Reaktivierung eines Flussseitenarmes für den direkten Wasserkontakt sowie das River Lab – eine Plattform für Forschung, Bildung und gesellschaftlichen Dialog.
Strukturiert um Kommunikation, Partizipation, Planung und Pilotmaßnahmen bildet das Konzept die Grundlage für eine schrittweise Umsetzung – und verbindet langfristige Resilienz mit Interventionen, die heute schon erprobt, angepasst und erlebt werden können.
Auftraggeber
Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Agentur für Bevölkerungsschutz
Partner
Geschiebedynamik, Geschiebebewirtschaftung und Hochwassersicherheit: Matthias Platzer
Gewässerökologie: Vito Adami
Vegetation: Kathrin Kofler
Avifauna, Herpetofauna und Kleinsäuger: Alberto Bertocchi and Iacun Prugger
Team
Philipp Rier, Peter Rier, Geronimo Felici Fioravanti, Laisa Cordes, Lorenz Frei, Jasmin Oberdorfer
Ort
Bozen-Bolzano, IT
Größe
138 Hektar
Jahr
2025


Eisack
Der Eisack tritt in die Stadt vom nordöstlichen Eisacktal ein und fließt von Norden nach Süden, bevor er südlich des Industriegebiets in die Etsch mündet. Auf seinem städtischen Abschnitt passiert er Bahnlinien, Industrieflächen und Wohnquartiere.
TALFER
Die Talfer entspringt in den Sarntaler Alpen und nähert sich Bozen aus Nordwesten. Sie schlängelt sich durch die Stadt in einem breiten Flussbett und bildet dabei die Talferwiesen, den wichtigsten linearen Park der Stadt. Schließlich mündet die Talfer am Drususbrücke in den Eisack.

Nowack Plan 1805, Bozen-Bolzano

Habsburg Cadastre 1856, Bozen-Bolzano

Orthophoto RAF 1945, Bozen-Bolzano

Orthophoto 2023, Bozen-Bolzano








Bozen-Bolzano Talvera Bridge, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Isarco – 1882 © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Postcard © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Panorama © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Gries and Talvera Bridge, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Old Town and the confluence of the Isarco and Talvera, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Talvera, view from the south, section between Museion and Victory Monument © www.suedtirol.info
Talvera, view of the riverbed in the northern part of the city
Die Rolle der Flüsse




Die städtische Rolle: ein bedeutender linearer Verbindungskorridor
Die soziale Rolle: ein durchgehender zentraler öffentlicher Raum
Die infrastrukturelle Rolle: ein Achse für sanfte Mobilität
Die ökologische und klimatische Rolle: ein Verteiler von Ökosystemleistungen und Klimaregulierung

Stakeholders
Der Flussraum von Bozen, wo sich Talvera und Eisack treffen, wird von Menschen, Institutionen und der Natur geprägt. Das Verständnis ihrer Rollen ist entscheidend, um eine nachhaltige und inklusive Flusslandschaft zu schaffen.
STRATEGISCHE ZIELE






1. Menschen und Wasser verbinden
Sicherheitssysteme und Wasserzugänge definieren und regulieren sowie die zugehörigen Räume gestalten
2. Vielfalt der Nutzungen stärken
Ein räumliches System für flexible und dauerhafte Nutzungen entlang des Flusses schaffen und aufeinander abstimmen
3. Flussraum erweitern
Brachliegende oder untergenutzte Flächen regenerieren und reaktivieren, um öffentlichen Grünraum zu schaffen
4. Identität und Wiedererkennbarkeit fördern
Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Flussräumen und Wegen verbessern, um Identität zu stärken und ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen
5. Stadt und Flussraum verbinden
Das System der sanften Mobilität stärken und das Flussnetz als Hauptachse für tägliche Wege zu öffentlichen Einrichtungen und Arbeitsplätzen nutzen
6. Strategische Ziele
Ökologische Funktionen und Lebensräume am Fluss gezielt stärken, schützen und entwickeln



1. WASSER ERLEBEN
1.1 – Sicherer Zugang zum Wasser & neue Seitenarme
1.2 – Visuelle Verbindungen zum Wasser
1.3 – Vogelbeobachtungshütten & Wasserbeobachtungsstationen
1.4 – Pädagogische und künstlerische Wasserplattformen
2. RAUM GEWINNEN
2.1 – Erweiterung des Flussraums
2.2 – Wiederherstellung beschädigter Uferbereiche
2.3 – Flächen für hochwertige temporäre und dauerhafte Nutzungen
2.4 – Stärkung und Umgestaltung von Bereichen für das Flussraumsystem


3. WEGE ÖFFNEN
3.1 – Erkennbare und barrierefreie Zugänge aus den Quartieren
3.2 – Klare Hierarchien der Wege
3.3 – Wegegestaltung zur Stärkung der Identität
3.4 – Pädagogische Lehr- und Naturpfade
4. NATUR STÄRKEN
4.1 – Erhaltung und Förderung naturnaher Auenbereiche
4.2 – Schaffung ökologischer Ruhebereiche durch Besucherflusssteuerung
4.3 – Koordinierte Pflegepläne
4.4 – Förderung ökologischer Korridore
4.5 – Schutz und Förderung alter Bäume und Habitatbäume

5. GRÜN VERBINDEN
5.1 – Förderung grüner Korridore zwischen Flussraum und Stadt
5.2 – Biodiversitätsinseln
5.3 – Erhöhung des Blattvolumens
5.4 – Sicherung von Kaltluftschneisen
5.5 – Kontinuierlicher Uferkorridor
Plan





Abschnitt 1 "Sill – St.Anton-Brücke"
Abschnitt 2 “St.Anton-Brücke – Talvera-Brücke”
Abschnitt 3 “Talvera-Brücke – Loreto-Brücke – Roma-Brücke”
Abschnitt 4 “Loreto-Brücke – Eisack-Brücke”
Abschnitt 5 “Roma-Brücke – Eisack-Brücke”
Pilotprojekte

Seitenarm reaktivieren: Flusserlebnis schaffen

River Lab: Wissen sammeln und teilen

Talfer und Eisack fließen mitten durch Bozen – und bleiben der Stadt auf weiten Strecken dennoch fremd. Das Integrierte Flussraumkonzept entwirft einen strategischen Rahmen, um das zu ändern: eine langfristige Vision, die 138 Hektar Flussraum in ein zusammenhängendes, zugängliches und klimaresistentes Stadtlandschaftssystem verwandelt.
Das Konzept gründet auf einer interdisziplinären Analyse, die Sedimentdynamik, Hochwasserrisiko, Gewässerökologie, Biodiversität, Stadtklima und soziale Nutzungsmuster umfasst – und technische Expertise mit Vor-Ort-Beobachtung und Stakeholder-Dialog verbindet. Daraus entsteht eine koordinierte räumliche Strategie, die ökologische Integrität, öffentliches Leben, Mobilität und hydraulische Sicherheit in einer kohärenten Gesamtvision zusammenführt.
Zentrale Ziele sind die Wiederherstellung ökologischer Kontinuität, die Stärkung der Identität der Flüsse im Stadtgefüge, die Verbesserung des Mikroklimas sowie ein sicherer und barrierefreier Zugang zum Wasser. Konkrete Maßnahmen reichen von der Reaktivierung von Seitenarmen und der Schaffung barrierefreier Zugangspunkte bis hin zur Etablierung von Biodiversitätskorridoren und der Transformation ungenutzter Flächen in hochwertige öffentliche Räume.
Zwei Pilotprojekte leiten den Übergang von Strategie zu Wirklichkeit ein: die Reaktivierung eines Flussseitenarmes für den direkten Wasserkontakt sowie das River Lab – eine Plattform für Forschung, Bildung und gesellschaftlichen Dialog.
Strukturiert um Kommunikation, Partizipation, Planung und Pilotmaßnahmen bildet das Konzept die Grundlage für eine schrittweise Umsetzung – und verbindet langfristige Resilienz mit Interventionen, die heute schon erprobt, angepasst und erlebt werden können.
Auftraggeber
Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Agentur für Bevölkerungsschutz
Partner
Geschiebedynamik, Geschiebebewirtschaftung und Hochwassersicherheit: Matthias Platzer
Gewässerökologie: Vito Adami
Vegetation: Kathrin Kofler
Avifauna, Herpetofauna und Kleinsäuger: Alberto Bertocchi and Iacun Prugger
Team
Philipp Rier, Peter Rier, Geronimo Felici Fioravanti, Laisa Cordes, Lorenz Frei, Jasmin Oberdorfer
Ort
Bozen-Bolzano, IT
Größe
138 Hektar
Jahr
2025


Eisack
Der Eisack tritt in die Stadt vom nordöstlichen Eisacktal ein und fließt von Norden nach Süden, bevor er südlich des Industriegebiets in die Etsch mündet. Auf seinem städtischen Abschnitt passiert er Bahnlinien, Industrieflächen und Wohnquartiere.
TALFER
Die Talfer entspringt in den Sarntaler Alpen und nähert sich Bozen aus Nordwesten. Sie schlängelt sich durch die Stadt in einem breiten Flussbett und bildet dabei die Talferwiesen, den wichtigsten linearen Park der Stadt. Schließlich mündet die Talfer am Drususbrücke in den Eisack.

Nowack Plan 1805, Bozen-Bolzano

Habsburg Cadastre 1856, Bozen-Bolzano

Orthophoto RAF 1945, Bozen-Bolzano

Orthophoto 2023, Bozen-Bolzano








Bozen-Bolzano Talvera Bridge, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Isarco – 1882 © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Postcard © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Panorama © Austrian National Library – one.ac.at
Bozen-Bolzano Gries and Talvera Bridge, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Old Town and the confluence of the Isarco and Talvera, 1900 © Austrian National Library – one.ac.at
Talvera, view from the south, section between Museion and Victory Monument © www.suedtirol.info
Talvera, view of the riverbed in the northern part of the city
Die Rolle der Flüsse




Die städtische Rolle: ein bedeutender linearer Verbindungskorridor
Die soziale Rolle: ein durchgehender zentraler öffentlicher Raum
Die infrastrukturelle Rolle: ein Achse für sanfte Mobilität
Die ökologische und klimatische Rolle: ein Verteiler von Ökosystemleistungen und Klimaregulierung
Stakeholders
Der Flussraum von Bozen, wo sich Talvera und Eisack treffen, wird von Menschen, Institutionen und der Natur geprägt. Das Verständnis ihrer Rollen ist entscheidend, um eine nachhaltige und inklusive Flusslandschaft zu schaffen.

STRATEGISCHE ZIELE






1. Menschen und Wasser verbinden
Sicherheitssysteme und Wasserzugänge definieren und regulieren sowie die zugehörigen Räume gestalten
2. Vielfalt der Nutzungen stärken
Ein räumliches System für flexible und dauerhafte Nutzungen entlang des Flusses schaffen und aufeinander abstimmen
3. Flussraum erweitern
Brachliegende oder untergenutzte Flächen regenerieren und reaktivieren, um öffentlichen Grünraum zu schaffen
4. Identität und Wiedererkennbarkeit fördern
Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Flussräumen und Wegen verbessern, um Identität zu stärken und ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen
5. Stadt und Flussraum verbinden
Das System der sanften Mobilität stärken und das Flussnetz als Hauptachse für tägliche Wege zu öffentlichen Einrichtungen und Arbeitsplätzen nutzen
6. Strategische Ziele
Ökologische Funktionen und Lebensräume am Fluss gezielt stärken, schützen und entwickeln


1. WASSER ERLEBEN
1.1 – Sicherer Zugang zum Wasser & neue Seitenarme
1.2 – Visuelle Verbindungen zum Wasser
1.3 – Vogelbeobachtungshütten & Wasserbeobachtungsstationen
1.4 – Pädagogische und künstlerische Wasserplattformen

2. RAUM GEWINNEN
2.1 – Erweiterung des Flussraums
2.2 – Wiederherstellung beschädigter Uferbereiche
2.3 – Flächen für hochwertige temporäre und dauerhafte Nutzungen
2.4 – Stärkung und Umgestaltung von Bereichen für das Flussraumsystem

3. WEGE ÖFFNEN
3.1 – Erkennbare und barrierefreie Zugänge aus den Quartieren
3.2 – Klare Hierarchien der Wege
3.3 – Wegegestaltung zur Stärkung der Identität
3.4 – Pädagogische Lehr- und Naturpfade

4. NATUR STÄRKEN
4.1 – Erhaltung und Förderung naturnaher Auenbereiche
4.2 – Schaffung ökologischer Ruhebereiche durch Besucherflusssteuerung
4.3 – Koordinierte Pflegepläne
4.4 – Förderung ökologischer Korridore
4.5 – Schutz und Förderung alter Bäume und Habitatbäume

5. GRÜN VERBINDEN
5.1 – Förderung grüner Korridore zwischen Flussraum und Stadt
5.2 – Biodiversitätsinseln
5.3 – Erhöhung des Blattvolumens
5.4 – Sicherung von Kaltluftschneisen
5.5 – Kontinuierlicher Uferkorridor
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Seitenarm reaktivieren: Flusserlebnis schaffen

River Lab: Wissen sammeln und teilen
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